SUPERLEARNING

"ERWARTUNGEN MEHR ALS ÜBERTROFFEN"

Sie möchten sich eine Fremdsprache aneignen, haben aber keine Lust, monatelang die Schulbank zu drücken, und möchten beim Lernen Spass haben statt stur Vokabeln zu büffeln. Lesen Sie den Erfahrungsbericht von Alexandra Baumann:

 

Seit Monaten quälte ich mich damit rum, Italienisch zu lernen. Da ich einen Freund in Italien habe, den ich ab und zu besuche und mich dann jeweils ganz gerne mit seinen Kollegen und der Familie unterhalten würde, war meine Motivation gross. Dementsprechend wurde meine Aufmerksamkeit geweckt, als ich über die Methode «Superlearning» las.

 

Natürlich machten mich diese Zeilen total neugierig, und sie schienen mir die ideale Lösung meines Faulheitsproblems zu sein. Eine Sprache in relativ kurzer Zeit in einer relaxten Atmosphäre lernen zu können – wer wünscht sich das nicht? Ich war allerdings zugegebenermassen etwas skeptisch, ob es tatsächlich möglich ist, innerhalb von 2 Wochenenden 1'000 Wörter zu lernen, wie dies in der Kursbroschüre angekündigt wurde.

 

Erster Tag - erster Eindruck
Bereits beim Betreten des Schulzimmers strömte mir eine angenehme Atmosphäre entgegen. Es lief klassische Musik im Hintergrund, die anderen Kursteilnehmenden waren bei Mineralwasser und Grissini am Plaudern, überall hingen Plakate mit Zeichnungen und Voki-Wörtern, statt Pulte waren nur bequeme Sessel im Raum... Kurz, ein für mich total ungewohntes Bild. Essen im Klassenzimmer? Nicht gerade das, was man sich gewohnt ist. Ebenso, wie es nicht an der Tagesordnung ist, in der Schule Musik zu hören.

 

Viel sprechen von Anfang an
Von der ersten Minute an hatten wir viel Gelegenheit, zu sprechen. Die Kleingruppe von 8 Personen ermöglichte es, dass alle zu Wort kamen. So konnten allfällige Hemmungen gar nicht erst entstehen und es gab mir ein gutes Gefühl, bereits nach 10 Minuten etwas plaudern zu können. Viele Situationen aus dem sprachlichen Alltag werden eins zu eins gespielt.

 

Alessandra las uns einen Dialogtext aus dem Lehrbuch vor. Anschliessend lasen wir ihn selbst, aber nicht etwa im Sitzen, sondern wir standen dazu auf und liefen im Schulkorridor hin und her. Bewegung ist immer zu empfehlen, wenn man lernt, und durch das Gehen ist man nicht ausschliesslich aufs Lesen und den Inhalt des Dialoges konzentriert, sondern muss zusätzlich darauf achten, dass der Bewegungsapparat funktioniert. So gingen wir 20 Minuten im Korridor auf und ab und spielten gemeinsam laut den Dialog durch. Zurück im Schulzimmer machten wir eine kurze mündliche Zusammenfassung des Dialogs. Anschliessend erhielten wir einen Stapel Karteikarten mit dem vollständigen Dialog darauf, jeweils in einzelne Sätze unterteilt. Wie ein Puzzle sollten wir nun diese einzelnen Sätze wieder zum vorher gelesenen Dialog zusammensetzen. Niemals hätte ich gedacht, dass dies nach lediglich 20 Minuten schon möglich ist! Aber es hat geklappt, bis auf zwei kleine Abweichungen konnten wir den Text originalgetreu wiedergeben.

 

Viel Spass machte auch das Erlernen der verschiedenen Gemüse-Bezeichnungen. Mit der Ausrüstung eines «Käuferliladens» machten wir uns ans Rollenspiel. Ein Schüler spielte den Käufer, eine Schülerin die Verkäuferin. Wir sprachen aus, was wir wollten, wir hörten, was unser Vis-à-vis sagte, wir sahen das Gemüse in unserem Einkaufskorb und konnten es sogar in die Hand nehmen – einfach genial und sehr amüsant, wenn die Beteiligten spontan anfangen, um den Preis zu feilschen.

 

Mein Urteil - das brachte mir der Kurs
Diese Methode ist auch ideal für all diejenigen, welche beispielsweise früher in der Schule mit Lehrpersonen einmal schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Ich habe selten so viel gelacht in der Schule. Das Training war sehr intensiv und fordernd und nach den zweieinhalb Tagen Schule war ich «nudelfertig». Meine Erwartungen an diese Methode wurden tatsächlich mehr als übertroffen, und ich kann allen nur empfehlen, das «Superlearning» bei Gelegenheit einmal auszuprobieren.

 

ALEXANDRA BAUMANN
Aus "Pipeline"

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